6 mm oder 10 mm Backstahl – welcher ist der richtige für Sie?

Backstahl oder Pizzastein? Unterschiede, Vor- und Nachteile im Vergleich

Wer zu Hause Pizza, Brot oder Brötchen backen möchte, stößt früher oder später auf zwei beliebte Möglichkeiten: Backstahl und Pizzastein.

Beide dienen als heiße Backfläche im Ofen und sollen dafür sorgen, dass der Teig von unten kräftig gebacken wird. Trotzdem unterscheiden sich die Materialien deutlich in ihren thermischen Eigenschaften und in der praktischen Handhabung.

Doch was passt besser zu dir?

In diesem Vergleich schauen wir uns die wichtigsten Unterschiede zwischen Backstahl und Pizzastein an – ohne einen pauschalen Gewinner zu bestimmen.

Was ist ein Backstahl?

Ein Backstahl ist eine massive Stahlplatte, die auf einem geeigneten Ofenrost im Backofen platziert und gemeinsam mit dem Ofen aufgeheizt wird.

Die besondere Eigenschaft von Stahl ist seine schnelle Wärmeübertragung.

Legst du einen Pizzateig auf einen vollständig aufgeheizten Backstahl, wird viel Wärme in kurzer Zeit an den Teigboden übertragen. Das unterstützt eine kräftige Bräunung und Krustenbildung.

Neben Pizza kann ein Backstahl je nach Rezept auch für Brot, Brötchen, Flammkuchen und andere Backwaren verwendet werden.

Was ist ein Pizzastein?

Pizzasteine werden aus unterschiedlichen hitzebeständigen Materialien hergestellt, beispielsweise Cordierit oder Schamotte.

Auch sie werden vor dem Backen aufgeheizt und geben anschließend gespeicherte Wärme an den Teig ab.

Im Vergleich zu Stahl erfolgt die Wärmeübertragung typischer Pizzasteine jedoch langsamer.

Das ist nicht grundsätzlich schlechter – es bedeutet lediglich, dass sich Stein und Stahl beim Backen unterschiedlich verhalten.

Der wichtigste Unterschied: die Wärmeübertragung

Der entscheidende Unterschied zwischen Backstahl und Pizzastein liegt in ihren thermischen Eigenschaften.

Stahl überträgt Wärme schneller auf den Teig als typische Pizzasteine.

Das ist insbesondere beim Pizzabacken interessant, weil der Boden innerhalb relativ kurzer Zeit viel Energie erhält.

Ein Pizzastein gibt seine Wärme weniger intensiv an den Teig ab.

Genau deshalb verzichten wir hier bewusst auf Aussagen wie:

„Backstahl leitet Wärme 40- oder 50-mal besser als Pizzastein.“

Solche Zahlen hängen stark davon ab, welche konkreten Stahl- und Steinmaterialien sowie welche Bedingungen miteinander verglichen werden.

Für die praktische Entscheidung reicht die entscheidende Erkenntnis:

Backstahl überträgt Wärme schneller auf den Teig.

Wird ein Backstahl schneller heiß als ein Pizzastein?

Nicht zwangsläufig.

Hier werden zwei Dinge häufig miteinander verwechselt:

Wärmeleitfähigkeit beschreibt, wie Wärme innerhalb eines Materials beziehungsweise an das Backgut übertragen wird.

Aufheizzeit beschreibt dagegen, wie lange eine konkrete Platte benötigt, bis sie ausreichend durchgewärmt ist.

Die Aufheizzeit hängt unter anderem von Material, Größe, Dicke, Masse, Ofenleistung und eingestellter Temperatur ab.

Ein dicker und schwerer Backstahl kann deshalb trotz seiner guten Wärmeleitfähigkeit eine längere Aufheizzeit benötigen.

Die pauschale Aussage „Backstahl heizt immer schneller auf als Pizzastein“ ist daher nicht sinnvoll.

Backstahl oder Pizzastein für Pizza?

Für Pizza bietet Backstahl einen besonderen Vorteil: die schnelle Wärmeübertragung auf den Boden.

Das kann im Haushaltsbackofen helfen, einen kräftig gebackenen und gebräunten Pizzaboden zu erhalten.

Der Backstahl macht den Backofen dabei allerdings nicht heißer. Er nutzt lediglich die vorhandene Wärme anders.

Ein Pizzastein kann ebenfalls sehr gute Pizza liefern. Durch die weniger intensive Wärmeübertragung kann sich das Backverhalten jedoch unterscheiden.

Welches Ergebnis du bevorzugst, hängt auch von deinem Pizzastil, deinem Teig und deinem Backofen ab.

Backstahl oder Pizzastein für Brot?

Beim Brot ist die Antwort weniger eindeutig.

Ein Backstahl bietet eine intensive Unterhitze und kann beispielsweise bei frei geschobenen Broten für einen kräftigen Ofentrieb und eine gute Bodenkruste sorgen.

Ein Pizzastein kann ebenfalls hervorragend zum Brotbacken verwendet werden.

Und für manche Brote kann wiederum ein ganz anderes Werkzeug – beispielsweise ein geeigneter geschlossener Backtopf – sinnvoller sein.

Deshalb gilt auch hier:

Backstahl ist nicht automatisch die beste Lösung für jedes Brot.

Die richtige Position im Ofen

Unabhängig vom Material hängt die optimale Position von deinem Ofen und dem gewünschten Backergebnis ab.

Bei Pizza

Für Pizza kann eine Position im mittleren bis oberen Bereich des Ofens ein guter Ausgangspunkt sein.

Dadurch lässt sich die intensive Unterhitze des Backstahls besser mit ausreichender Oberhitze kombinieren.

Wird der Boden zu dunkel, während Rand und Belag noch blass sind, sollte das Verhältnis zwischen Ober- und Unterhitze angepasst werden.

Bei Brot

Für Brot kann eine Position im mittleren bis unteren Bereich ein sinnvoller Ausgangspunkt sein.

Auch hier gilt jedoch: Rezept und Backofen entscheiden.

Eine universelle Position, die bei jedem Ofen funktioniert, gibt es nicht.

Wie lange muss vorgeheizt werden?

Für einen Backstahl kannst du ungefähr 30–45 Minuten als Orientierung einplanen.

Das ist keine feste Regel.

Ein dickerer Stahl benötigt normalerweise mehr Zeit und Energie zum vollständigen Aufheizen als ein vergleichbarer dünnerer Stahl.

Auch beim Pizzastein hängt die notwendige Vorheizzeit von Material, Stärke, Größe und Ofen ab.

Statt starrer Angaben wie „Backstahl 20 Minuten, Pizzastein 60 Minuten“ solltest du dich deshalb an deinem konkreten Produkt und Backofen orientieren.

Backstahl: Vorteile und Nachteile

Vorteile:

  • schnelle Wärmeübertragung auf den Teig
  • besonders interessant für Pizza und Flammkuchen
  • hohe Wärmereserve, abhängig von Stärke und Masse
  • robust gegenüber Stößen
  • vielseitig für unterschiedliche Backwaren einsetzbar

Nachteile:

  • vergleichsweise hohes Gewicht
  • dickere Modelle benötigen mehr Energie und Zeit zum Aufheizen
  • unbeschichteter Stahl kann bei Feuchtigkeit rosten
  • benötigt eine produktspezifische Pflege

Pizzastein: Vorteile und Nachteile

Vorteile:

  • bewährte Backfläche für Pizza und Brot
  • weniger intensive Wärmeübertragung kann bei bestimmten Anwendungen von Vorteil sein
  • je nach Modell leichter als ein vergleichbar großer Backstahl
  • in vielen Größen und Materialien erhältlich

Nachteile:

  • kann je nach Material empfindlicher gegenüber Stößen und Temperaturschocks sein
  • poröse Oberflächen können Flecken aufnehmen
  • Wärme wird langsamer an den Teig übertragen
  • Eigenschaften unterscheiden sich je nach Steinmaterial deutlich

Backstahl und Pizzastein im direkten Vergleich

Eigenschaft Backstahl Pizzastein
Wärmeübertragung auf den Teig schneller langsamer
Pizza sehr gut geeignet gut bis sehr gut geeignet
Brot gut geeignet gut geeignet
Gewicht häufig höher modellabhängig
Bruchgefahr gering je nach Material höher
Rost bei unbeschichtetem Stahl möglich kein Stahlrost
Pflege abhängig von Oberfläche/Hersteller abhängig vom Material
Aufheizzeit abhängig von Masse, Stärke und Ofen abhängig von Material, Stärke und Ofen
Verhalten beim Backen intensive Unterhitze weniger intensive Wärmeübertragung

Was ist mit der Feuchtigkeitsaufnahme des Pizzasteins?

Häufig wird behauptet, ein Pizzastein mache Pizza deshalb knusprig, weil seine poröse Oberfläche Feuchtigkeit aus dem Teig zieht.

Das sollte man nicht zum entscheidenden Unterschied machen.

Für die Bodenbildung sind insbesondere Temperatur, Wärmeübertragung, Teigzusammensetzung und Backzeit entscheidend.

Dass Stahl nicht porös ist, bedeutet deshalb nicht automatisch, dass der Pizzaboden feuchter wird.

Welcher Backstahl passt zu mir?

Auch bei Backstahl gibt es unterschiedliche Varianten.

Bei DiabloSteel kannst du zwischen DIABLO Familie 6 mm und DIABLO Pro 10 mm wählen.

DIABLO Familie 6 mm

Der DIABLO Familie 6 mm ist leichter und benötigt weniger Zeit und Energie zum vollständigen Aufheizen als ein vergleichbarer 10-mm-Stahl.

Er eignet sich als vielseitiger Backstahl für Pizza und andere Backwaren.

→ DIABLO Familie 6 mm entdecken

DIABLO Pro 10 mm

Der DIABLO Pro 10 mm besitzt mehr Masse und dadurch eine größere Wärmereserve.

Das kann besonders interessant sein, wenn du mehrere Pizzen hintereinander backst.

Dafür ist er schwerer und benötigt normalerweise mehr Zeit und Energie zum vollständigen Aufheizen.

→ DIABLO Pro 10 mm entdecken

Ist 6, 8 oder 10 mm am besten?

Auch hier gibt es keinen universellen Gewinner.

Ein dickerer Backstahl besitzt mehr Masse und Wärmereserve.

Ein dünnerer Stahl ist leichter und benötigt weniger Energie zum Aufheizen.

Deshalb würden wir weder 6, 8 noch 10 mm pauschal als die „ideale“ Materialstärke bezeichnen.

Die richtige Stärke hängt davon ab, wie du deinen Backstahl verwenden möchtest.

→ Welcher Backstahl passt zu mir? Materialstärke, Größe und Unterschiede erklärt

Was ist robuster – Backstahl oder Pizzastein?

Hier besitzt Backstahl einen praktischen Vorteil.

Ein massiver Stahl kann nicht auf dieselbe Weise zerbrechen wie ein keramischer oder steinerner Pizzastein.

Pizzasteine können je nach Material bei Stößen, Stürzen oder starken Temperaturwechseln beschädigt werden.

Backstahl ist in dieser Hinsicht robuster.

Das bedeutet allerdings nicht, dass er völlig pflegefrei ist. Unbeschichteter Stahl muss insbesondere vor länger anhaltender Feuchtigkeit geschützt werden.

Wie werden Backstahl und Pizzastein gereinigt?

Die Reinigung hängt vom jeweiligen Material und Produkt ab.

Bei Backstahl solltest du dich an die Pflegeanleitung des Herstellers halten. Unbeschichteter Stahl sollte nicht unnötig lange Feuchtigkeit ausgesetzt und anschließend vollständig getrocknet werden.

Bei Pizzasteinen hängt die richtige Reinigung vom verwendeten Steinmaterial ab.

Allgemeine Pflegeanleitungen lassen sich deshalb nicht automatisch auf jedes Produkt übertragen.

→ Backstahl richtig verwenden: Temperatur, Reinigung und Pflege erklärt

Was ist besser für Anfänger?

Beide Varianten können auch von Anfängern verwendet werden.

Ein Backstahl ist interessant, wenn du vor allem eine kräftige Unterhitze für Pizza möchtest und das höhere Gewicht kein Problem darstellt.

Ein Pizzastein kann eine gute Alternative sein, wenn du bereits einen besitzt oder bewusst mit der weniger intensiven Wärmeübertragung eines Steins arbeiten möchtest.

Du musst also nicht automatisch von einem funktionierenden Pizzastein auf Backstahl wechseln.

Lohnt sich der Wechsel vom Pizzastein zum Backstahl?

Das hängt davon ab, was du mit deinem bisherigen Pizzastein erreichen kannst.

Wenn du mit deinem Ergebnis zufrieden bist, gibt es keinen zwingenden Grund zu wechseln.

Wenn du dir dagegen eine intensivere Wärmeübertragung und kräftigere Bodenbräunung wünschst, kann Backstahl interessant sein.

Mehr dazu findest du hier:

→ Backstahl im Vergleich zu Pizzastein – für wen lohnt sich der Umstieg?

Fazit: Backstahl oder Pizzastein?

Beide Materialien können beim Backen sehr gute Ergebnisse liefern.

Der wichtigste praktische Unterschied liegt in der Wärmeübertragung auf den Teig.

Backstahl überträgt Wärme schneller und eignet sich deshalb besonders gut, wenn beim Pizzabacken eine intensive Unterhitze gewünscht ist.

Pizzastein überträgt die Wärme weniger intensiv und bleibt eine bewährte Alternative für Pizza und Brot.

Die Frage lautet deshalb nicht:

„Welches Material ist grundsätzlich besser?“

Sondern:

„Welches Material passt besser zu dem, was ich backen möchte?“

Wenn du diese Frage beantwortest, fällt auch die Entscheidung zwischen Backstahl und Pizzastein deutlich leichter.

Backstahl oder Pizzastein? Der große Vergleich für Hobbybäcker

 

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